Großes Finale – Konzertabend des Musikvereins Heitersheim

Seit mehr als 16 Jahren hat Dirigent Rüdiger Müller den Musikverein Heitersheim musikalisch geprägt und weiterentwickelt. Nun wurde der musikalische Leiter des Hauptorchesters im Rahmen eines beeindruckenden Konzertabends in der sehr gut besuchten Malteserhalle verabschiedet. Rüdiger Müller hat dafür eigens ein besonderes Programm mit den Konzert-Highlights der letzten Jahre zusammengestellt. Durch den Abend führte Manfred Ortlieb, der zu jedem Werk jeweils eine kleine, humorvolle Einführung gab.

Den ersten Programmteil gestaltete das Jugendorchester unter der Leitung von Verena Haas, die kurzfristig für Jugenddirigentin Nicola Müller eingesprungen war. Dabei zeigten die rund 30 jungen Musikerinnen und Musiker auf beeindruckende Weise ihr Können. Zunächst präsentierten sie den Film- und Musicalhit „Highlights from Mary Poppins“ von Richard und Robert Sherman, danach ging es mit lateinamerikanischen Funk-Klängen aus „Señor Cadera (Mister Hip)“ von Len Orcino weiter. Aber auch mit der Titelmusik zum Film „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ von Ron Goodwin konnten die Jugendlichen ihre Zuhörer begeistern. Als Zugabe gab es schließlich noch die von Erwin Zsaitsits komponierte Polka „Ho-Ruck Bumm“, bevor das Hauptorchester nach einer kleinen Pause die Bühne betrat.

Das Hauptorchester unter der Leitung von Rüdiger Müller entführte das Publikum in die Welt der griechischen Mythologie. Das sinfonische Gedicht „Cassiopeia“ von Carlos Marques beschreibt die Geschichte der Gattin des Königs Kepheus und der Mutter von Andromeda. Sogar ein Sternbild wurde nach der berühmten Königin benannt. Die Hauptsterne des Sternbildes bilden ein großes „W“ am Himmel. Laut Moderator Manfred Ortlieb kann man beim Drehen des Sternbildes oder im Kopfstand ganz klar auch ein „M“ für Dirigent Müller erkennen.

Das nachfolgende eindringliche Stück „Schmelzende Riesen“ von Komponist Armin Kofler widmet sich der Klimaveränderung. Damit wird ein brandaktuelles, aber auch ernstes Thema aufgegriffen. Es stellt nicht nur die Erhabenheit der Gletscher, sondern auch das Ausmaß der fortschreitenden Schmelze dar. Dennoch bleiben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und der Appell für einen sensibleren Umgang mit unserer Umwelt.

Danach präsentierte das Orchester eine unbeschwert leichte Komposition von Willy Fransen. Zahlreiche Taktwechsel zeichnen „Ratafia“ aus. Aber auch beliebte Melodien aus den „James Bond“-Filmen, arrangiert von Johan des Mey, standen auf dem Programm. Mit irischer Folk Musik und „Lord Tullamore“, einem mitreißenden Stück des niederländischen Komponisten Carl Wittrock, ging schließlich ein außergewöhnliches Konzerterlebnis zu Ende und die Zeit des Abschieds war gekommen.

Vorstandssprecher Gerd Höfler blickte mit bewegenden Worten noch einmal auf die vergangenen 16 Jahre und die zahlreichen spannenden Projekte des Orchesters zurück, die von Rüdiger Müller angestoßen wurden. Dazu gehörte beispielsweise das große Projektorchester 100+, bei dem das Hauptorchester mit dem Musikverein Mahlberg vereint auf der Bühne stand und die Konzertbesucher begeisterte oder das Jubiläumskonzert „225 Jahre Musik Heitersheim“ mit zwei internationalen Gastdirigenten und der Uraufführung der „Maltesia Suite“ im Jahr 2018. Mit Rüdiger Müller war das Proben nie langweilig, so Höfler, und auch menschlich habe es gepasst. Da fällt der Abschied nun sehr schwer.

Auch Rüdiger Müller wird seine Zeit in Heitersheim stets in guter Erinnerung behalten. Er sei immer gerne zu den Proben und Konzerten gekommen. Er bedankte sich bei den Musikerinnen und Musikern, aber auch beim Publikum für die jahrelange Unterstützung.

Nach langanhaltendem Beifall spielte das Hauptorchester letztmals unter der Leitung von Rüdiger Müller die beiden Zugaben „Galopp“ aus der First Suite von Alfred Reed sowie das Gewinnerlied des Eurovision Song Contests des Jahres 2014 „Rise like a Phoenix“ arrangiert von Frank Bernaerts.

Fotos: Björn Sum

Markgräfler Bürgerblatt 08.12.2022

 


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